Yucatan

Yaxuná

File 302Die bedeutende Maya-Stätte Yaxuná in Mexiko liegt im Zentrum der Halbinsel Yucatán und nur 19 km südlich der bekannten Stadt Chichén Itzá. Das archäologische Gebiet von Yaxuná ist mit 2,5 km² wesentlich kleiner, doch ist die Maya-Stadt mehr als 500 Jahre älter als Chichén Itzá. Seine Blüte in Bautätigkeit und Bevölkerungswachstum erlebte die Stadt gegen Ende der klassischen Epoche der Maya-Kultur und blieb eine eher mittelgroße Stadt. Auf dem Gebiet befinden sich Baureste von mehr als 650 kleinen und monumentalen Gebäuden.

Bekannt ist Yaxuná vor allem wegen des längsten bekannten Sacbé der Maya-Welt. Sacbé bezeichnet eine alte Maya-Strasse, die in erster Linie Zeremonialbauten innerhalb einer Siedlung, seltener zwei große Städte miteinander verband. Hier verläuft er pfeilgerade vom zeromeniellen Zentrum der reichen Nachbarstadt Cobá, die über 100 km entfernt liegt und endet unterhalb der Pyramidenplattform des zeremoniellen, großen Platzes von Yaxuná. Der Name Sacbé bedeutet „Weißer Weg“ und entstand aus der Bauweise der Strasse, die aussergewöhnlich hoch aufgeschüttet und mit weißem Kalk oder Stuck bedeckt war. Dies sollte dem Schutz vor Regenwasser und vor zu frühzeitiger Abnutzung dienen. Eine Bauweise, die auch bei den mit Stuck überzogenen Plätzen und Höfen der Maya vorkommt. Die Strecke des Sacbé von Cobá nach Yaxuná ist von zahlreichen Treppen und kleinen Plattformen unterbrochen.

Die größeren Nachbarstädte Cobá und Chichén Itzá verfügen über zahlreiche innerörtliche Sacbeob (Pl.). Sie führen aus dem Zentrum zu verschiedenen Siedlungen und heiligen Bauten ausserhalb des jeweiligen Stadtkerns. Die Verbindung von zeremoniellen Stätten ist eine Bedeutung des Sacbé, die weiteren Wortbedeutungen liegen noch im Dunkeln.

Unter den zahlreichen Gebäudekomplexen von Yaxuná ist die Nord-Akropolis am beeindruckendsten. Auf einer riesigen Plattform erheben sich drei weitere große Plattform-Strukturen auf denen Stufenpyramiden stehen. Südlich der Nord-Akropolis befindet sich der Ballspielplatz von Yaxuná. Eroberer aus Chichén Itzá erbauten ein reich verziertes Gebäude an der Ostseite der Nord-Akropolis, das als Haus des Kriegsrates dienen sollte. Dieser Bau bildete das Hauptaugenmerk der Krieger aus Chichén Itzá, nachdem sie die Stadt erobert und zerstört hatten. Auf einem zentralen Pfeiler steht ein kleines Gebäude, in dem reichlich Keramik im Chichén Itzá-Stil gefunden wurde. Eine reich dekorierte Siegesstele eines vergangenen Eroberers wurde geschändet und hinter dem Gebäude vergraben. Ein Ritual wie es auch in anderen Maya-Stätten beobachtet werden konnte. Einige Archäologen gehen davon aus, dass das gesamte Gebäude ein Siegesdenkmal des benachbarten großen Maya-Stammes Chichén Itzá darstellt. Zugleich zeigt es, wie eng die Maya symbolische Bedeutungen mit Bauten und Monumenten verbanden.