Yucatan

Uxmal

File 290Uxmal liegt etwa 80 km von Mérida entfernt. Man fährt etwa 1,5 Stunden bis man über die Bundesstraße 261 schließlich die Pyramiden von Uxmal erreicht. Busse fahren sowohl von Mérida, als auch von Campeche aus nach Uxmal. Die Fahrzeiten und die Preise können Sie hier in Erfahrung bringen: Ticketbus
Uxmal heißt in Maya soviel wie "dreimal erbaut". Der Name mag damit zusammenhängen, dass die Pyramide tatsächlich mehrfach überbaut wurde, allerdings sind es fünf Überbauungen. Es handelt sich bei diesem Areal wohl um eines der bekanntesten und bedeutendsten Maya-Stätten überhaupt. Gelegen am nördlichen Rande der Puuc-Region (Puuc ist das Mayawort für "Hügel") ist Uxmal begrenzendes Schlusslicht für diesen Stil, auf der anderen Seite übertreffen die Bauwerke hier die anderer Regionen in Größe und Schönheit bei weitem. Das hängt zum Teil damit zusammen, dass Restaurierungsarbeiten diese Stätte sehr schön konservieren konnten.

Für die Besichtigung Uxmals kann man sich gut einen halben Tag Zeit nehmen; es gibt genug zu sehen und wer abends wiederkommt, der hat die Möglichkeit, der Sound-&-Light-Show beizuwohnen (Luces-Sonidos). Sie ist von allen Shows dieser Art auf Yucatán sicherlich die schönste.
Wir empfehlen gutes Schuhwerk mitzunehmen, insbesondere wenn man die Pyramiden besteigen möchte. Es ist erlaubt, die große Pyramide zu besteigen; dabei sollte man sich jedoch nicht überschätzen, denn die Stufen sind sehr steil. Des öfteren sind bereits Touristen abgestürzt, insbesondere wenn Mütter durch Kleinkinder abgelenkt sind oder plötzliche Gewitter aufkommen. Wer hoch klettert, sollte sich also vorsehen.

Die Pyramide des Zauberers (Pyrámide del Adivino)
Die 45 Meter hohe Pyramide des Zauberers (oder des Wahrsagers) hat ein kegelförmiges Aussehen, das im Gegensatz zu vielen anderen Maya-Pyramiden abgerundete Ecken aufweist. Zwei Treppen führen bis nach oben, eine steilere auf der Westseite und eine weniger steile an der Ostseite. Die Treppe an der Ostseite führt zum  Tempel IV, der sich auf der obersten Plattform der Pyramide befindet.
Wie man heute weiß, wurde die Pyramide vielfach um- bzw. überbaut. Insgesamt kann man von einer 4-maligen Überbauung ausgehen, wobei man den Tempel I auf das Jahr 569 n.Chr. datiert.

Nonnenviereck (Cuadrángulo de las Monjas)
Das Nonnenviereck ist von allen vier Seiten von Palästen umgeben, wobei die Ecken jeweils offen gelassen wurden. Der Name dieses Konstruktes besagt jedoch nichts über seine ursprüngliche Funktion, sondern wurde von den spanischen Eroberern gegeben, die eine Ähnlichkeit zu Klosteranlagen des christlichen Mittelalters darin sahen. Besonders schön erhalten sind die kunstvoll verzierten Fassaden, die sich jeweils über den Eingängen in einem bis zum Dach reichenden Band am West- und Ost- und Südbau entlang ziehen.

Palast des Gouverneurs (Palacio del Gobernador)
Der Palast des Gouverneurs steht auf einem künstlichen Sockel, zu dem eine breite Treppe in dessen Mitte hinaufführt. Architektonisch ist der Palast in drei Körper aufgeteilt, zwei seitliche kleinere und einen großen mittleren. Das Gebäude misst knapp 100 Meter in seiner Länge, wobei 13 Türöffnungen Zugang zu den Innenräumen gestatten, davon 11 von der Ostseite. Während der größte Innenraum um die 20 Meter misst, ist der kleinste gerade mal 2,5 Meter lang.
Die Westseite des Palastes bietet keinen Zutritt zu den insgesamt 20 Kammern. Man schätzt, dass das gesamte Baumaterial dieses Werkes um die 500.000 Tonnen beträgt. Über den Eingängen verläuft entlang des gesamten Gebäudes eine Fassade aus Steinfries, die sich aus kleinen Mosaiken zusammensetzt. Dieses Relief untersetzt mit Abbildern des Sonnengottes und von Chaac-Masken zieht sich auf einer Fläche von fast 1.000 m².
Haus der Schildkröten (Casa de las Tortugas)
Das Haus der Schildkröten liegt direkt neben dem Palast des Gouverneurs. Es trägt seinen Namen, da in der Zierleiste des oberen Simses kleine, fußballgroße Schildkröten eingelassen sind. Unter dieser um das ganze Gebäude herum reichenden Leiste ziert ein Fries aus kleinen Säulen das Haus. Der Rest der Fassade ist schlicht und ohne nennenswerte Verzierungen gehalten.
Die Schildkröten stellen das Symbol des Wasserkults dar, da das wichtigste Lebensmittel - der Mais - von der Menge des stets in dieser Region knappen Wassers abhing. Man sagt, dass auch heute noch vereinzelt Maya diesem Kult anhängen.

Ballspielplatz (Juego de Pelota)
Der Ballspielplatz von Uxmal liegt zwischen dem Nonnenviereck und dem Palast des Gouverneurs. Die ursprünglichen Tribünen, die sich an den beiden Seiten des Spielfeldes auf einer Erhöhung befanden, sind leider zerstört. Eine nähere Beschreibung zu den Ballspielen geben wir auf den Seiten zu Chichén Itzá. Man vermutet aufgrund von Inschriften, dass der Platz um das Jahr 649 n. Chr. erbaut wurde. Eine weitere Inschrift bezeichnet das Jahr 901 n. Chr., wobei man hier vermutet, dass es sich um ein Datum zur  Erweiterung bzw. den Ausbau des Ballspielplatzes handelt.
Große Pyramide (Gran Pyrámide)
Ursprünglich erstreckte sich die Große Pyramide von Uxmal über neun Ebenen. Sie wurde teilweise restauriert, teilweise erkennt man noch den Puuc-Stil an ihrer Fassade. 

Taubenhaus (Casa de las Palomas)
Nur etwa 250 Meter westlich der Großen Pyramide liegt das Taubenhaus, das einige Ähnlichkeit mit dem Nonnenviereck aufweist. Der Innenhof ist etwa 65 Meter lang und 20 Meter breit. Besonders augenscheinlich ist der Dachkamm; er steht auf großen tragenden Säulen und seine Struktur ist durch kleine fensterartige Öffnungen gekennzeichnet, die dem Haus seinen Namen gaben: es sieht tatsächlich so aus wie ein Taubenschlag.
Ursprünglich war dieser Dachkamm mit Skulpturen und anderen Dekorativen geschmückt, die jedoch im Laufe der Jahrhunderte verwittert bzw. heruntergefallen sind. Einige von Ihnen kann man noch am Boden finden.
Tempel des Friedhofs (Cuadrángulo del Cementerio)
Etwa 200 Meter westlich des Ballspielplatzes befindet sich der Tempel des Friedhofs. Die vier Gebäude dieses Tempels liegen um einen viereckigen Innenhof herum, an dessen Nordseite sich die zugehörige Pyramide befindet. Seinen Namen erhielt der Tempel aufgrund von Todesmotiven, Totenköpfen und Knochen, die an der Basis auf einer Seite der Pyramide vier kleine Plattformen schmücken. Auf der Westseite des Gebäudekomplexes befindet sich das einzige Gebäude, das bereits restauriert wurde. Es ist ein besonders gutes Besipiel für die Puuc-Stil-Architektur.
Platform der Stelen (Plataforma de las Estelas)
15 flache und lange Monolithen mit reliefartigen Darstellungen

Pyramide der alten Frau (Pyrámide de la Vieja)
Hierbei handelt es sich vermutlich um das älteste Bauwerk von Uxmal.