Yucatan

Tulúm

File 287Knappe 130 km vom Touristenort Cancún entfernt liegt Tulúm, ein ehemaliges Wirtschaftszentrum der alten Maya, das seine Blütezeit vor der Ankunft der Spanier auf Yucatán zwischen 1.200 und 1.400 n. Chr. hatte. Obwohl sie erst nach dem Einfall der Tolteken in Chichén Itzá zu mehr Einfluss und Bedeutung kam, gibt ein Stein mit der Jahreszahl 564 n. Chr. darüber Aufschluss, dass es die Maya-StätteTulúm bereits lange zuvor gegeben haben muss.
Heute ist Tulúm ist die einzige Maya-Stätte, die direkt am Meer liegt. Obwohl sie für die Archäologie eher eine untergeordnete Bedeutung spielt, liegt sie für den Besucher besonders malerisch.

Es empfiehlt sich, früh morgens oder gegen späten Nachmittag hier zu sein, da vormittags viele Busse mit Heerschaaren von Touristen aus Cancún herbeiströmen und es bis etwa 16 Uhr recht voll auf dem vergleichsweise kleinen Gelände ist. Zudem sind wegen den schräg einfallenden Sonnenstrahlen in die Gebäude die schönsten Aufnahmen früh am Morgen bzw. gegen späten Nachmittag zu machen. Die Öffnungszeiten sind morgens von 8 Uhr (im Winter ab 9 Uhr) bis Nachmittags 17 Uhr. Der Parkplatz ist gebührenpflichtig und wer den 10-Minuten-Marsch bis zum Eingang der archäologischen Stätte scheut, der kann sich mit einer Touristenbahn zum Eingang fahren lassen.

Tulúm - in Maya bedeutet es soviel wie Festung - war Anlaufpunkt für Händler aus den unterschiedlichsten Regionen und so entwickelte sich hier eine eigenartige Mischung architektonischer Maya-Stile. Der augenscheinlichste Bau - er steht hoch erhoben über dem Wasser - ist der dem Gott Kukulkán gewidmete El Castillo, dessen Stuckfiguren heute noch gut zu sehen sind. Das nahegelegene Observatorium, der Templo de los Frescos, zeigt einige noch recht gut erhaltene Malereien von Maya-Göttinnen.

 

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Templo de las Pinturas
(Tempel der Gemälde): Dieser Tempel steht vom Ausgang in gerader Linie zum Castillo. Er wurde in unterschiedlichen Epochen zwischen 1400 und 1450 erbaut und man kann heute noch seine dekorativen Masken und Wandgemälde bewundern. Man geht davon aus, dass es das zuletzt erbaute Gebäude dieser  Stätte ist. Leider konnten die Fresken und Wandmalereien nicht mehr gut restauriert werden, zuviel ist inzwischen verwittert.


El Castillo (Schloss, Tempel des herabsteigenden Gottes):
Benannt nach einer Figur, die das Symbol einer herabstürzenden Sonne darstellt, ist El Castillo das größte und wahrschienlich auch das bedeutendste Gebäude in Tulúm. Es entstammt mehreren Bauperioden, was recht gut zu sehen ist, wenn man das Gebäude einmal umrundet hat: während der Mittelteil neu erscheint, können an der Nord- und Südseite noch Teile des alten Gebäudes ausgemacht werden.
Der Tempel besteht aus einer Vorhalle aus Säulen, zwei Innenräumen und dem eigentlichen Heiligtum. Leider ist inzwischen der Zugang zum Tempel versperrt, da zuviele Besucher Beschädigungen verursacht haben.
File 443Der herabstürzende Gott ist nur eine von ursprünglich drei Stuckfiguren, die über dem Eingang der Säulenhalle zu finden sind. Obwohl man vermutet, dass der Regengott Chaak auch hiermit angesprochen wurde, ist die Bedeutung der Figur noch nicht vollends geklärt.

Templo de Los Frescos (Freskentempel):
Der Freskentempel ist aufgrund seines ehemaligen Schmucks einer der für Tulúm interessantesten Tempel überhaupt. Er entstand in mehreren Bauphasen, wobei die jeweils neue der zuvorigen Phase übergestülpt wurde. Ihn schmückt eine Fassade sowie zahlreiche Fresken, die noch heute grün-blaue Farben erkennen lassen. Man erkennt erst bei genauerem Hinschauen, dass es sich um Opferungen, Gottheiten (Zwillingsschlange) und Darstellungen zum Maiskult handelt. Er scheint der älteste Tempel in Tulúm zu sein. Im Inneren befinden sich schöne Wandmalereien, die noch recht gut erhalten sind (leider inzwischen abgesperrt). Ursprünglich war auch der Überbau des Freskentempels mit Stuckfiguren geschmückt, die jedoch heute nicht mehr vorhanden sind.

Templo del la Serie Inicial (Tempel der Initialserie):
Die Fassade wird durch Stuck verziert. Im Inneren des Tempels fand man die Stele mit der ältesten Datierung für Tulúm.
Gran Palacio (Großer Palast):
Er liegt direkt vor El Castillo, auch bekannt als Struktur 25 (Estructura 25).

Templo Miniatura (Miniaturtempel):
Diese kleinen Miniaturtempel wurden möglicherweise als Schreine für Opferungen genutzt. Sie stehen an der Nordostseite des Territoriums und sind jedoch zu klein um hineinzugehen.

Templo del Dios del Viento (Tempel des Windgottes):
Dieses Gebäude wird auch Estructura 45 genannt. Er wurde auf einem runden Fundament erbaut, ist in seiner Form jedoch rechteckig und hat nur einen Eingang. Die Oberseite der Tempelfassade zieren zwei modellierte Stuckstatuen.
Von hieraus kann man schöne Bilder vom Castillo schießen, allerings nur früh mnorgens, da man ansonsten Gegenlicht hat.