Yucatan

Sian Ka'an

File 206Sian Ka'an bedeutet soviel wie Ort der Geburt des Himmels. Dieser Name wurde deman der ganzen Ostküste Yucatáns nach menschenleeren Traumstränden sucht, und diese nicht findet, so ist es heutigen Naturreservat von den Maya gegeben und er verdient ihn ganz sicher noch heute; wenn man all das betrachtet, was Sian Ka`an in unendlicher Weite bietet: kristallklares Wasser, feinster, blendend weißer Korallensand und viele natürlich gewachsene Palmenwälder machen dieses Naturreservat zu einem Traum am Strand. Das gilt vor allem für die Halbinsel Boca de Paila, die sich etwa 40 km fast parallel zum Festland gen Süden erstreckt. Auf der anderen Seite ist es recht mühsam hierher zu gelangen. Wer bis nach Punta Allan vordringen möchte, der benötigt viel Zeit. Knapp vier Stunden muss man schon rechnen, wenn man den größtenteils sehr unebenen Weg fahren möchte. Man sollte möglichst früh morgens losfahren und vielleicht sogar erwägen, eine Nacht in Punta Allan zu verbringen bevor man am Folgetag die Rückreise antritt.
Wenn man von Norden die Riviera Maya Richtung Tulum fährt, dann zweigt kurz hinter Tulum eine Straße nach links (Richtung Osten) ab. Zur Orientierung: Es handelt sich um die Kreuzung, an der man nach rechts in Richtung Cobá fährt. Links abgebogen, fährt man noch weinige km auf einer asphaltierten Straße, bis man schließlich nur noch auf einem Sandweg fährt. Rechts und links reihen sich ein Grundstück an das andere, Eigentum, das noch vor 15 Jahren zu einem Spottpreis verkauft wurde und heute einige Mexikaner und auch Ausländer zu wohlahbenden Menschen gemacht hat (zumindest auf dem Papier). Unter den Grundstücken befinden sich auch ein Campingplatz und verschiedene Pensionen.
Etwa 3 km weiter ist die Einfahrt zum Naturreservat Sian Ka'an. Nach Zahlung eines kleinen Eintrittspreises (man erhält eine recht schlechte Karte) kann man die Tour fortsetzen und findet von nun an einen unendlich weiten Weg. Es lohnt sich, bisweilen anzuhalten, um sich das Meer aus der Nähe zu betrachten. Man wird feststellen, daß man über viele km hinweg völlig alleine am Strand ist.


File 407Die geschützte Biosphäre von Sian Ka'an umfaßt heute ein Areal von fast 530.000 Hektar, die entlang der südlichen Küste von Quintana Roo verlaufen. Es stellt damit das größte Naturreservat Mexikos dar, in dem knapp über 2.000 Einwohner ihr Zuhause haben. Es wurde am 20. Januar 1986 nach einem Dekret gegründet und es wurde Teil des UNESCO Man and the Biosphere Program (MAB). Im Jahre 1994 wurde das Areal schließlich noch erweitert. Ziel dieser Gründung war es, die dort lebenden Tiere und Pflanzen aufgrund ihrer Schönheit und Seltenheit zu schützen und dies in Einklang mit den Einheimischen zu bringen.
In Sian Ka'an läßt sich eine Vielzahl unterschiedlicher Flora und Fauna bewundern. Vom tropischen Wald, über Savanne, Dünenlandschaft, Mangroven, Riff-Lagunen bis zu Korallenriffs hat dieses Gebiet alles in den schönsten Farben zu bieten. Neben den vielen hundert Tierarten, lassen sich volgende herausheben: Puma, Jaguar, Krokodile, Schildkröten und verschiedene Affen (z.B. Spinnenaffen). An Vögeln zählt man hier über 350 verschiedene Arten, darunter auch Störche, Flamingos und Papageien.

Punta Allan:
Punta Allan befindet sich quasi an der äußersten Spitze der Halbinsel Boca de Paila. Die knapp 300 Einwohner wurden durch eine Umsiedlung Mexikanischer Einheimischer hierher "versetzt", und sie leben heute mit nur einer Handvoll Ausländer an dieser kleinen Inselspitze. Allerdings ist bis heute nur etwa 1% des Naturreservats in privaten Händen. Gegründet wurde Punta Allan etwa um 1980, und fast einzige Einnahmequelle der Bewohner ist die Fischerei. Besonderer Leckerbissen, den man sich auch am besten gleich vor Ort kochen läßt, ist der hier gefangene Hummer. Gefangen werden sie zumeist mit Netzen, die man beim Tauchen bzw. Schnorcheln mit sich führt. Wer möchte, kann auch einen einheimischen Fischer beim Fischen begleiten, sie sind zumeist sehr aufgeschlossen. Allerdings ist die Nachfrage nach Hummer so groß geworden - es wird bis nach Amerika exportiert - dass man nun versucht hat, sich auch auf andere Einkommen zu konzentrieren, wie z.B. das Knüpfen von Hängematten.
Nur wenige können einen kleinen Nebenverdienst durch den erst neuerdings entstandenen und hier nur selten auftauchenden Tourismus genießen.