Yucatan

Mayapán

File 272Mayapán ist die sogenannte letzte Hauptstadt der Maya. Die liegt nur knapp 40 km südlich von Mérida und kann über die YUC 18 in knapp einer Stunde erreicht werden. Allerdings sollte man die Einfahrt nicht verpassen, denn es ist nur ein kleines Schild zu sehen (Ankündigungen sind häufiger), man fährt dann nur noch etwa 200 Meter in Richtung Osten und befindet sich mitten im Gebiet der alten Maya.
Vergleicht man Mayapán mit Stätten wie Chichén Itzá oder Uxmal, so hatte sie ursprünglich eine ähnliche Bedeutung, vielleicht sogar auch eine höhere Bedeutung. Jedoch wurde Mayapán in einem großen Krieg von den beiden erwähnten Zeremonialstätten schließlich zerstört und zwar so gründlich, dass man noch einige Jahrzehnte hier graben kann, und immer wieder auf neue Funde stoßen wird.
Noch Anfang der 90er Jahre gab es hier kaum ein restauriertes Gebäude. Bis heute wurde aber bereits ein Großteil des eigentlichen Zentrums in mühevoller Arbeit von Archäologen und deren Mitarbeiter wieder zum Leben erweckt. So präsentiert sich Mayapán als eine archäologische Stätte mit sehr viel Sehenswertem, aber interessanterweise herrscht hier (noch) kaum Tourismus. Es kann leicht passieren, dass man hier alleiniger Besucher ist.
File 437Mayapán hatte seine Blütezeit zwischen 1250 und etwa 1442 n.Chr. (Postklassische Periode), wobei die Stadt bereits um das Jahr 1.007 n.Chr. durch Kukulkán gegründet wurde. Man schätzt, dass hier etwa 12.000 Menschen auf einer Fläche von knapp 4 km² mit über 3.500 Gebäuden lebten.
Archäologen gehen jedoch davon aus, dass hier bis kurz vor Fall der Stadt bis zu 40.000 Menschen gelebt haben, da sie den Einzugsbereich als größer ansehen. Mayapán war nicht nur Hauptstadt von Yucatán, sondern das Ergebnis eines Bundes zwischen verschiedenen Stammesoberhäuptern. Nach dem Aufstand gegen die Maya-Tolteken in Chichén Itzá im Jahre 1221 n.Chr. schlossen sich diese Stammesoberhäupter unter dem General Hunac Ceel (er hatte Chichén Itzá zu Fall gebracht) zusammen und gründeten die Stadt Mayapán.
Mayapán, das ganz in der Nähe der damaligen Stadt Techaquillo (Heimatstadt des Hunac Ceel) gebaut werden sollte, musste jedoch den politischen Problemen Stand halten, weshalb es vornehmlich auf Verteidigung und Handel ausgelegt wurde. So entstand um das ganze Zentrum herum eine hohe Verteidigungsmauer und weitere Verteidigungsstrukturen (heute sind leider fast alle zerstört).
Der erste König von Mayapán war das Oberhaupt der Cocom Familie. Da es sich bei Mayapán jedoch um die Stadt eines Bundes handelte, sendeten viele andere Adelsfamilien ihre Mitglieder ebenfalls nach Mayapán aus, um dort zu regieren. Das ging ca. 200 Jahre lang gut. Eine andere Theorie (stammt aus Aufschriften der Kolonialzeit) besagt, dass Chichén Itzá und Uxmal in einer Allianz mit Mayapán standen. File 377Dies scheint jedoch nach neueren Erkenntnissen nicht sehr wahrscheinlich.
Im Jahre 1441 organisierte Ah Xupán (aus der Xiu Familie) schließlich eine Revolte gegen die Cocom Familie. Sie endete mit dem Tod der meisten Mitglieder der Cocom Familie, aber bedeutsamer war, dass Mayapán unter Mithilfe von Uxmal und Chichén Itzá völlig zerstört wurde. Die Folge dieses Verlustes war der Bruch Yucatán in viele Teile und die Spanier fanden bei ihrer Ankunft kaum noch aktive Zeremonialstätten vor. Mayapán wurde völlig zerstört.

Templo Redondo
Dieser Tempel ähnelt sehr dem  Caracol in Chichén Itzá, er wird auch als Observatorium bezeichnet (was er allerdings nicht ist). Er ist vielmehr dem Gott des Windes Ehecatl gewidmet.

Castillo de Kukulkan
Die Pyramide von Kukulkán ist ebenfalls der aus Chichén Itza nachempfunden, wobei sie bei weitem nicht die Größe und die Bedeutung erreichen konnte. Sie zeigt aber durch ihre Ähnlichkeit, wie verbunden zur Bauzeit Mayapán mit dem kanpp 100 km entfernten Chichén Itza war.
Noch bis in die 90er Jahre hinein konnte man nur Umrisse der Pyramide erkennen, heute ist sie bereits in  einem beträchtlichen Ausmaß restauriert worden und man erkennt an ihrer Seite auch, dass sie mehrfach überbaut wurde: an der Süd-Ostseite zeigen sich wunderschöne Fresken älterer Pyramiden, die durch ein Strohdach geschützt werden.