Yucatan

Kabah

File 263Kabah liegt auf dem Weg zwischen Uxmal und Campeche an der Caretera Federal 261. Sie liegt wie auch Uxmal, Labná und Sayil in der hügeligen Puuc Region. Das Wort Kabah bedeutet "Herr der starken Hand". Es ist assoziiert mit der Figur, die sich am Eingang zur alten archäologischen Fundstätte befindet.
Kabah war im 11. und 12. Jht. n.Chr. nach Uxmal (etwa 37 km entfernt) wohl die zweitwichtigste Stadt der Maya in Nord-Yucatán. Das Kernareal umfasst etwa 1 km², wobei noch Gebäude im weiteren Umkreis zu finden sind, die jedoch nicht mehr zum kulturellen Zentrum gehören. Auch hier kann man leicht sehen, dass noch viel Geld nötig ist, um weitere Ausgrabungen voranzutreiben.
Die Sacbés, also die weißen Wege in Kabah, ziehen sich von Norden nach Süden. Sie waren auf diese Weise mit Uxmal und wahrscheinlich sogar mit Sayil und Labná verbunden, wo man ebenfalls Sacbés beobachten kann. Cenotes (Brunnen zur Opferung) gibt es in Kabah nicht.
Triumpfbogen (Arco Triunfal)
Der große Triumpfbogen befindet sich auf der Westseite von Kabah, etwa zwischen der großen Pyramide und dem Haus der Hexe. Er erhebt sich dort, von wo aus der Weg (sacbé) nach Uxmal startet. Es handelt sich hierbei um den für die Maya-Architektur typischen Bogen, dessen Wölbung auch für Deckenkonstruktionen in vielen anderen Bauwerken genutzt wurde. Der Archäologe Ponciano Salazar hatte vor einigen Jahrzehnten den Torbogen wieder aufrichten lassen, da der obere Teil zusammengefallen war und lange Zeit hindurch darniederlag.
An der Westseite des Bogens lassen sich noch Spuren von roter Farbe entdecken, ebenso wie unter dem mittleren Gesims. Man vermutet, dass der Torbogen ursprünglich rot bemalt gewesen war.

Die Große Pyramide (Gran Teocalli)
Diese Pyramide war sicher eine sehr bedeutende Pyramide. Obwohl sie wie der Palacio Teocalli auf einer natürlichen Erhöhung erbaut wurde, ist sie heute leider weitgehend zerstört. Die Konstruktion soll verschiedene Terrassen und einige Treppen aufgewiesen haben. Reste von einer der Treppen sind noch an der Südseite der Pyramide zu sehen. Zerfallene Mauern und Pfeiler lassen sich noch auf der Pyramide selbst finden.

Der Palast (Palacio Teocalli)
Der große Palast ist wahrscheinlich deswegen noch recht gut erhalten, weil er auf einer natürlichen Erhebung erbaut wurde. In ihm befanden sich über 30 verschiedene Räume, von denen heute vielleicht noch die Hälfte existiert. Zwei Treppen führten ursprünglich zu dem Palast, die jedoch heute stark zerstört sind.
Die Fassade ist im altbekannten Puuc-Stil erbaut, allerdings mit kleinen Säulen. Von der Nordseite sowie der Westseite führt jeweils eine Treppe (heute weitgehend zerstört) herunter, die schließlich zusammentreffen und auf den Maskentempel weisen. Die Osttreppe führte zudem ein Stockwerk tiefer.

Codz Poop (Maskentempel - Templo de las Mascaras)
Der Palast der Masken ist wahrscheinlich die bedeutendste Gebäudekonstruktion, die in Kabah bisher freigelegt wurde.
Hier reihen sich in einer Länge von etwa 45 Metern gute 250 Masken des für die Puuc Region typischen Regengottes Chaac an- und übereinander. Viele der Nasen sind im Laufe der Jahrhunderte leider abgebrochen, wobei auch der Tourismus dafür sorgt, dass herumliegende uralte Steinverzierungen mitgenommen werden. Oberhalb und unterhalb dieser Masken befinden sich Dekorationen von in sich verflochtene Schlangen. Durch die Nase des Regengottes - sie dient als Treppe - gelangt man zu den 5 Eingängen, die wiederum in 10 Räume ins Innere führen.
Überreste des Daches zeigen, dass sich hier ursprünglich ein Dachkamm im Chenes-Puuc-Stil befand. Gegenüber des Maskentempels befanden sich zwei fast identische Skulpturen, die wahrscheinlich einen großen Teil der gesamten Dekoration ausmachten. Eine der Skulpturen befindet sich heute im Antropologischen Museum von Mexiko Stadt.