Yucatan

Isla Mujeres

File 227Isla Mujeres ist eine kleine, Cancun vorgelagerte Insel, die zusammen mit Cancún die Bucht der Frauen (Bahia de Mujeres) bildet. Die Insel wurde ursprünglich von den Maya bewohnt (1517 von Hernandéz de Córdoba entdeckt). Da sie der Göttin Ixchel, der Göttin der Fruchbarkeit, des Mondes und der Medizin gewidmet war und viele Maya-Frauen hierher pilgerten, nannten die Spanier sie "Insel der Frauen", also Isla Mujeres.
Im 18. Jahrhundert diente die Insel besonders als Zufluchtsort für Piraten oder Schmuggler, die hier ihre Familien unterbrachten, während sie Ihren "Tätigkeiten" nachgingen.

Heute ist Isla Mujeres eine beliebte Insel für Touristen und Besucher, die dem Festland entfliehen wollen. Als Cancún geplant und gebaut wurde, hatte man Isla Mujeres außer Acht gelassen, was recht angenehm auffällt, denn die Insel ist im Laufe der Zeit sehr "natürlich gewachsen". Aber auch hier nahm der Tourismus seit den 90er Jahren rapide zu, was zum Ausbau vieler weiterer Gebäude geführt hat. Von Cancún aus recht schnell und einfach zu erreichen, bietet die etwa 9 x 3,5 km lange Insel besonders schöne Augenblicke für Ehepaare in Flitterwochen, für ältere aber auch junge Menschen.

In jüngerer Zeit ist die Insel auch für Tauchfreunde von Interesse. In dem wunderschönen, kristallklaren Wasser lassen sich alle Arten von karibischen Fischen beobachten. Als Tauchspot bekannt geworden ist Isla Mujeres durch die Haie, die hier in Meereshöhlen rasten und gut beobachtet werden können. Das im Südosten der Insel gelegene Korallenriff El Garrafón bietet seinen Besuchern Schwärme von farbenprächtigen karibischen Fischen, für Taucher wie für Schnorchler gleichermaßen ein Paradies. Die Eintrittspreise sind jedoch eher amerikanischer Natur, dafür kann man hier einer Fülle von Angeboten für einen ganzen Tag entgegenschauen. Schnorchelausrüstungen, "Snuba" (mit Schlauch ohne Flaschen tauchen), transparente Kayaks, Handtücher und Hängematten können vor Ort ausgeliehen werden. El Garrafon stellt den einzigen mexikanischen Riffpark in der Karibik dar und Touristen kommen von Cancún aus per Tagesausflug hierher, um die Unterwasserwelt zu bestaunen.
File 392Auch Windsurfer und Segler kommen hier auf ihre Kosten. Windsurfen ist jedoch erst einige Meter weiter draußen möglich, da die Nordküste windgeschützt liegt. Dort ist der Wind dann aber meist ausreichend. Es gibt viele Shops, die Surfbretter, Segelboote, Tauch- und Schnorchelausrüstungen vermieten. Wenn das Leben auf Isla Mujeres wahrscheinlich auch noch ein wenig langsamer ist, als im Rest von Mexico, so lassen sich hier trotzdem alle wichtigen Einrichtungen wie Banken, öffentliche Telefone, Wechselstuben, Apotheken und Geldautomaten finden.

Es gibt folgende Möglichkeiten nach Isla Mujeres zu gelangen:
1. Mit dem Flugzeug z.B. mit Aerosaab (Playa Del Carmen) oder AeroBanana (+52.998 87-25040). AeroBanana fliegt die Strecken nach Chichén Itzá und Tulúm.

File 422

2. Tagesausflüge von Cancún. Hier bieten verschiedene Anbieter Fahrten mit dem Boot an. Man startet recht früh morgens und wird abends wieder zurückgefahren (z.B. mit Moon Place). Die Überfahrten dauern zwischen 30-45 Minuten und sind sehr schön, da man bis zur Isla Mujeres durchgehend glasklares hellblaues Wasser sieht, so klar, dass alle nahen Fische unter Wasser zu sehen sind.
Offizielle Abfahrtszeiten von Cancún's Hotelzone (Playa Tortugas nahe Fat Tuesday's) sind: 9:15, 11:30, 13:45 und 15:45 Uhr.
3. Die wahrscheinlichere Variante ist die Fähre (Express Ferry) von Puerto Juarez (nördlich von Cancún) aus. Sie fährt alle halbe Stunde, die erste um 6 Uhr morgens, die letzte um 21:30 Uhr, wobei eine sehr späte Fähre nochmals um 23:30 fährt. Die Überfahrt kostet etwa 3,50 Euro und dauert knappe 20 Minuten. Es empfiehlt sich, das Hotel nach den exakten Abfahrtszeiten und Rückkehrzeiten zu fragen. Die Zeiten können sich ändern und so kann man Unannehmlichkeiten vermeiden. Das gilt insbesondere für die späteren Abfahrtszeiten.
Die Fahrt von Punta Sam auf Isla Mujeres nach Puerto Juarez zurück (Tel. +52.998-8770065) startet normalerweise um 6°° Uhr, die letzte um 22°° Uhr, im Halbstundentakt. Hier gilt dasselbe: wer spät zurückfahren möchte sollte sich unbedingt nach den aktuellen Abfahrtszeiten erkundigen.

Auf der Isla Mujeres angekommen, sollte man sich überlegen, wie man die Insel erkunden möchte. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die aber noch im Hafen entschieden werden sollten. Autos gibt es nur wenige. Man kann die Insel entweder zu Fuß durchqueren oder ein Mofa (mit Helm), einen Elektrokarren (golf card) oder ein Fahrrad ausleihen. Die Gebühren sind verträglich. Man sollte jedoch unbedingt darauf achten, dass man eine Versicherung mit abschließt und dass man das Gefährt zuvor auf Schäden prüft. Taxis sind ebenfalls zu mieten.
File 428Die meisten Aktivitäten auf der Insel spielen sich in Playa Norte, in der Nähe des Hafens (Punta Sam) ab. Vom Hafen aus ist Playa Norte leicht zu Fuß zu erreichen. Hier sind auch die Hotels der Insel (einfach bis zu fünf Sternen) sowie alle sportlichen Aktivitäten sowie Einkaufsmöglichkeiten zu finden. So sind die schönsten Strände ebenfalls auf der Nordwestseite der Insel zu finden. Die Küste ist windgeschützt und das Wasser trifft sanft auf den Korallensand. Schwimmen ist hier sehr viel angenehmer als anderswo auf der Isla Mujeres, die Ost- und Südküste sind wegen der Strömungen recht gefährlich. Wer entspannt dem karibischen Treiben am Strand zusehen möchte, kann sich hier an der Nordküste in einem der zahlreichen Restaurants mit lokalen und internationalen Gerichten verwöhnen lassen. Sehr zu empfehlen sind auch die karibischen Cocktails, die in Mexiko besonders gerne und gut serviert werden.
Das Nachtleben ist etwas ruhiger als in Cancún. Dennoch gibt es ausreichend Bars, in denen ausgiebig und exotisch zu karibischer Musik getanzt wird.

Eine gut zu befahrende Straße führt vom Norden aus an das südlichen Ende von Isla Mujeres. In die Nähe des besteigbaren Leuchtturms befinden sich dann Maya-Ruinen (Templo Ixchel) mit einem Observatorium aus der alten Hochkultur. An der Punta del Sur scheint der erste Sonnenstrahl des Tages auf die Maya-Ruine. Wenn er von seiner Bedeutung her auch nicht sonderlichen Bekanntheitsgrad erlangt hat, so ist es doch für viele Besucher eine schöne Erinnerung, wenn man hier früh morgens den Sonnenaufgang über der Karibik erlebt.
File 425Ebenfalls im Süden der Insel befindet sich der inzwischen vor allem bei den Amerikanern hoch im Kurs stehende Riffpark El Garrafon. Hier wird Programm für die ganze Familie geboten: Schnorcheln in glasklarem Wasser, Tauchen mit Schlauch ohne Flasche (Snuba), Kayakfahren, sich mit einer Leine übers Wasser ziehen lassen, man kann sich in der Sonne aalen und den ganzen Tag lang mit der Familie verbringen. Knapp neben El Garrafon befindet sich der erst kürzlich erbaute Aussichtsturm, der den Besuchern einen Überblick über Isla Mujeres aus höchster Höhe ermöglicht. Der Blick lohnt vor allem deshalb, weil aus dieser Höhe der Meeresgrund noch bis weit hinaus zu sehen ist und bei den karibischen Farben ist das ein besonderes Erlebnis.

Ferner lassen sich in der hier gelegenen meeresbiologischen Station von April bis Mai Schildkröten beobachten, die zu dieser Zeit brüten (Öffnungszeiten von 9-17 Uhr; Tel.: +52.998-8770595). Pro Jahr werden hier 50.000 Schildkröten freigelassen, von denen nur etwa 2% überleben. Das ist jedoch ein großer Erfolg auf dem Weg des Schutzes dieser Tiere. Leider muss sich die Farm ständigen Auseinandersetzungen mit den örtlichen Behörden stellen; eine Schließung der Farm ist stetige Gefahr aufgrund von Interessen am Grundstück, das andere Gruppen für Bauvorhaben nutzen möchten.

Pirat Mundaca
Im Jahre 1858 erreichte der Pirat Fermin Mundaca mit 33 Jahren die Insel Isla Mujeres. Man sagt, er sei auf der Flucht gewesen wegen verschiedener Verbrechen, u.a. Sklavenhandel mit Schwarzafrika. Ebenso soll er am Verkauf der Maya-Häftlinge im Stammeskrieg der Yucatekischen Ureinwohner beteiligt gewesen sein. Viele verschiedene Geschichten werden über seinen Verbleib erzählt. Heute ist ein altes und leeres Grab auf dem Inselfriedhof als ein Beweis seiner platonischen Liebe zu finden. Die Inschrift, die von ihm stammt und "La Triguena" (kleine, dunkle und eingeborene Frau) gilt, besagt: "Ich war wie du, was ich bin wirst du sein".
Mundaca baute zwischen 1862 und 1876 eine kleine Hacienda auf der Insel namens Vista Alegre. Der Garden (Rose der Winde) enthält viele exotische Blumen sowie Steinbögen, in denen noch heute Reste des Habsburger Reiches ersichtlich sind. Einheimische erinnern ihn als selbstsüchtige Person, man sagt er habe Früchte und Tiere eher verkommen lassen, als sie den Einheimischen zu geben. So benutzte er auch die Steine der Ixchel Tempels um Teile der Hacienda zu bauen.
Heute weiß man nicht, wo seine Überreste verblieben sind, da das für ihn vorgesehene Grab leer ist. Es ist möglich, daß er aufgrund einer Malaria-Erkrankung nach Mérida gebracht wurde und dort verstarb oder evtl. sogar auf Kuba. Seine Hacienda ist nur bedingt sehenswert, insbesondere sollte man sich stark mit Mückenmittel einreiben, da diese hier sehr aggressiv sind.