Yucatan

Isla Cozumel

File 224Cozumel liegt nur knapp 18 km von der Ostküste Yucatáns entfernt und man kann die Insel bereits von Playa Del Carmen aus gut sehen. Ein Fähranleger in Playa Del Carmen bringt die Gäste im Halbstundentakt nach Cozumel, der größten bewohnten Insel Mexikos. Sie ist insbesondere Zielort für Urlauber, die neben Entspannung auch Tauchen und Schnorcheln wollen. So bietet die 48km lange und 16 km breite Insel unendlich viele, glasklare Korallenriffe, die für den Unterwassersport kaum schöner sein können. Während die Ostküste von Cozumel hohen Wellengang hat und eher felsig ist, findet man an der Westküste recht ruhiges Wasser mit einigen Sandstränden.
Cozumel war bereits von je her durch die alten Maya bewohnt gewesen und stellte zur damaligen Zeit ein wichtiges Handelszentrum dar. Im Jahr 1518 landete schließlich als erster Europäer der Spanier Juan de Grijalva in friedlicher Absicht auf Cozumel. Nur ein Jahr später landete der Eroberer Hernán Cortés auf der Insel und zerstörte im Laufe seiner Zeit die Maya-Ruinen und die noch vorhandene Kultur der Mayas. Nach der Eroberung Yucatáns durch die Spanier blieb die Insel zunächst unbewohnt, was sich erst mit dem Kastenkrieg änderte, so dass sich um 1852 die ersten Maya-Flüchtlinge wieder hier niederließen. Neben dem Fischfang war es insbesondere die Chicle-Produktion (Gummi), durch die Cozumel wirtschaftlich am Leben blieb. Von hier aus wurde das Chicle in alle Welt verschifft.

Die Gummi-Produktion hatte durch die Einführung von Kunstgummi der Inselbevölkerung einen Wirtschaftsschock versetzt, und verschiedene Wirbelstürme taten ihren Rest. Eine wirtschaftliche Erholung erfuhr Cozumel erst durch den Tourismusansturm Anfang der 80er Jahre, der bis heute kontinuierlich Zuwachsraten verzeichnet.
Cozumel bedeutet auf Maya soviel wie Ort der Schwalben und viele Zugvögel machen hier Halt auf ihrem Weg von Nord- nach Südamerika und umgekehrt. Die Hauptstadt San Miguel de Cozumel hat sich trotz des immensen Bevölkerungswachstums (durch den Tourismus bedingt) in den letzten Jahren noch immer ihren Charme und ihr Ambiente bewahrt. Sie liegt im Westen der Insel und sie war die erste Siedlung auf Cozumel nach dem Kastenkrieg. Die zweite Stadt ist El Cedral.
Der Flughafen von Cozumel war ursprünglich im zweiten Weltkrieg gebaut worden, um U-Boote in der Karibik aufzuspüren. Heute dient er den großen Maschinen aus den USA und Mexiko zur Landung.
Nachdem Jacques Cousteau in den 60er Jahren die Insel durch seine atemberaubenden Unterwasseraufnahmen bekannt machte, stellt Cozumel heute eines der bekanntesten Tauchgebiete der Welt dar, wobei hier insbesondere Amerikaner zu finden sind. Wer tauchen möchte, der ist hier gut aufgehoben. Tauchschulen gibt es in Hülle und Fülle und das Tauchrevier ist für Mexiko einzigartig.
Cozumel war ursprünglich eine einzige Korallenbank, die flach auf einem etwa 600 Meter tiefen Sockel im Meer lag. Heute sind die sie umgebenden Korallenriffe Teil eines Naturschutzgebietes, die Möglichkeiten für alle Schwierigkeitsgerade beim Tauchen bieten. So können Tauchanfänger ihre ersten Unterwassererfahrungen machen aber auch erfahrene Taucher haben hier herausfordernde Gebiete. Wir möchten Ihnen hier die bekanntesten Tauchplätze im einzelnen vorstellen (rechts eine Karte der bekanntesten Tauchplätze): 

Die Pirateninsel
Nachdem Cozumel durch die Spanier erobert wurde und daraufhin unbewohnt blieb, erlangte sie ungeahnte Attraktivität für Piraten, die sich vor der Spanischen Krone verstecken mußten. Zu den bekannten Piraten gehören Laffitte, Morgan, Drake und Molas (nach ihm wurde Punta Molas im Norden der Insel benannt). Im Gegensatz zur Isla Mujeres oder der Insel Términos blieben sie hier jedoch nie über längere Zeit. Vielmehr nutzten sie Cozumel um Wasservorräte aufzutanken, Schiffe zu reparieren und als Zufluchtsort.
Museum: in der Av. Rafael E. Melgar befindet sich das Museum von Cozumel. Hier werden Geschichte und Wissenswertes über die Insel in einfachen und plastischen Beispielen dargestellt.
Maya-Archäologie: von den etwa 25 verschiedenen Maya-Zeugnissen auf Cozumel sind es insbesondere zwei, die erwähnenswert sind: San Gervasio (sehr weitläufig aber die bekannteste von Cozumel) und El Cedral (Wandmalereien). Allgemeines Problem ist, dass bislang nur wenig ausgegraben wurde und die meisten Maya-Stätten von daher auch schlecht zugänglich sind.
Balones Chankanaab
Der Name "Balones" rührt von den hier unter Wasser zahlreich vorkommenden kugelförmigen Korallen. Das Riff hat eine maximale Tiefe von etwa 21 Metern, jedoch zeigen mehrere große Felsblöcke einige Meter nach oben, was der Landschaft ihren besonderen Reiz gibt. Die dadurch entstandenen Höhlen beherbergen Muränen und Langusten. Man findet hier aber auch andere Fische wie z.B. Rochen (für Anfänger wie für Fortgeschrittene geeignet).

Colombia
Colombia zeichnet sich durch seine Anzahl an Fächerkorallen und Seeanemonen aus. Tauchtiefen liegen zwischen 5 und 24 Metern (nur für gute Taucher geeignet).

Herradura
Das Korallenriff La Herradura zeichnet sich durch seine bogenförmigen Korallen aus und ist deshalb für Fotografen sehr geeignet. Man kann hier in 10 Metern, 20 Metern oder auch in 30 Metern Tiefe tauchen (für Anfänger wie für Fortgeschrittene geeignet).

Jardines Palancar
Ebenso ein recht schönes Korallenriff, wobei die Tiefe zwischen 10 und 20 Metern schwankt (für Anfänger wie für Fortgeschrittene geeignet).

Palancar
Palancar ist das wohl bekannteste Tauchrevier auf Cozumel. Das Riff stellt einen Urwald an Korallenformationen dar, schillernd in allen erdenklichen Farben. Das Riff kann man mit seinem Fischreichtum in einer Tiefe von 6 bis 37 Metern bewundern. Ebenso Teil des Reviers sind die Grotten von Palancar. Man steigt in einer Tiefe von etwa 15 Metern ein und verlässt sie bei etwa 40 Metern Tiefe wieder (nur für Experten geeignet).

Paraiso Norte
Diese parallel zur Küste verlaufenden drei Korallenriffs liegen in der Nähe der Anlegestelle für Kreuzfahrtschiffe. Die maximale Tiefe beträgt hier 14 Meter und der Taucher bzw. Schnorchler bekommt eine Fülle von Korallen, Schwämmen und bunten Fischen zu sehen (für Anfänger geeignet).

Paraiso Sur
Paraiso Sur hat eine maximale Tiefe von etwa 14 Metern. Die zwei etwa einen halben km langen Korallenbänke bieten nicht nur Mönchskappenfische und unendlich viele Engelsfische, sondern auch besonders große Seegurken und Seewalten (für Anfänger geeignet).

Pared de Villa Blanca
Dieses Korallenriff ist zwischen 15 und 30 Meter tief. Zwischen den Fächerkorallen und Schwämmen sind unzählige bunte Fische zu beobachten (für Anfänger wie für Fortgeschrittene geeignet).

Paso Cedral
Man berichtet von Paso Central, dass besonders die Zackenbarsche und Moränen sehenswert sind. Tauchtiefe bis zu etwa 18 Metern (für Fortgeschrittene geeignet).

Punta Tunich
Hier gibt es oft stärkere Strömungen, weshalb auch nur begrenzt Fische zu sehen sind. Dafür sind die Korallenformationen sehr schön anzusehen (wegen der Strömungen nur für Fortgeschrittene geeignet).

San Francisco
San Francisco ist durch das dort mögliche Wandtauchen in niedrigem Wasser bekannt. Das bunte Treiben unter Wasser kann in Tiefen zwischen 10 und 15 Metern beobachtet werden (für Fortgeschrittene geeignet).

Santa Rosa
Der Felsen von Santa Rosa ist eines der bekanntesten Tauchreviere auf Cozumel. Da er sich von der Oberfläche bis in mehrere hundert Meter Tiefe erstreckt ist er zum Tauchen auf mehreren Ebenen geeignet. Seine Schönheit zieht viele Taucher an, die besten Tiefen zum Tauchen liegen zwischen 12 und 25 Metern. Aufgrund von Strömungen ist das Tauchen hier jedoch nur sehr guten Tauchern anzuraten. Wenn Sie mit einer Tauchschule hierher kommen, vergewissern Sie sich, dass es eine namhafte Schule mit guten Sicherheitsstandards ist (nur für gute Taucher geeignet).

Tormentos
Tormentos zeigt sich in einem sehr schönen Korallengewand. Moränen, Zackenbarsche und Engelsfische sind in Fülle zu sehen. Maximale Tiefe sind sind etwa 21 Meter (für Fortgeschrittene geeignet).