Yucatan

Hormiguero

Die Maya-Stätte Hormiguero im Süden der Halbinsel Yucatán ist ein wenig bekannter archäologischer Park, der reichlich Vergnügen verspricht. Der Ort ist besonders reich an Gebäuden mit architektonischen Schmuckelementen, die zwischen 600 und 800 datiert werden und somit aus der klassischen Epoche der Maya-Kultur stammen. Die präkolumbische Stadt fand erstmalig 1933 unter den Archäologen Dennison und Ruppert während der Carnegie-Expedition Erwähnung. Doch erst 1979 wurde mit systematischen Grabungen begonnen, die Hormiguero (span.), den Ameisenhaufen (dt.), weitgehend freilegten.

Hormiguero liegt im mexikanischen Bundesstaat Campeche und zählt zu der größeren Gruppe von Maya-Ruinenstätten im Rìo Bec-Gebiet (Xpujil, Rìo Bec, Becan, Chicanna), die sich ca. 60 km östlich erstreckt und einen einheitlichen Stil in Architektur und Verzierung aufweist. Am besten ist der Park (Öffnungszeiten 8-17 Uhr) von Chetumal oder Escargeca auf der MEX 186 zu erreichen, danach weitere 20 km auf der 180 bis Champoton, von wo aus der Ort gut ausgeschildert ist.

Er erstreckt sich auf flachem Land mit leichten Erhebungen Richtung Süden und besteht aus drei Hauptgruppen architektonischer Strukturen, die als Süd-, Zentral- und Nordgruppe bezeichnet werden. Darunter nimmt die Süd-Gruppe aufgrund ihrer herausragenden Bautechnik und den geschnitzten zoomorphen Dekorationen die bedeutendste Stelle ein. Das Gebäude II ist mit seiner Größe und den aufwendigen Schnitzereien an der Fassade der wichtigste und schönste Tempel dieses Areals. Die Fassade besteht aus drei Zonen, voneinander abgegrenzt durch zwei Türme mit abgerundeten Ecken und steilen Scheintreppen, die als reine Schmuckelemente ohne baustatische Funktion typisch für den Stil der Rìo Bec-Region sind. Im Zentrum der Fassade liegt der monumentale Eingang in Gestalt eines Schlangenmauls, der größte seiner Art überhaupt. Die große herausgestreckte Zunge bildet die Eingangsrampe. Er stellt den Maya-Gott Itzamna, zugleich Schöpfer und Zerstörer der Erde, dar. Dieses Itzamna-Symbol betrachteten die Maya als Eingang zwischen der äußeren Welt und der Unterwelt. Der gesamte Fassadenschmuck mit Voluten, stilisierten Zähnen und Chaac-Masken (Regengott) ist in kräftigem Stuck ausgeführt.

Gebäude V in der Nord-Gruppe weist ebenfalls einen reich dekorierten Eingang in Form des Schlangenmauls auf, seitlich ist der Tempel mit den kaskadenartig angeordneten Masken der Maya-Gottheit Chaac dekoriert. Alles ist hier etwas kleiner gestaltet als an Gebäude II, doch in seinem Zustand besser erhalten. Unter den Gebäuden der Zentral-Gruppe sind die Verzierungen eines Pyramidentempel mit vielen stilisierten Tierfiguren besonders schön anzuschauen.

Hormiguero ist eine der schönsten Maya-Stätten in der Rìo Bec Region inmitten des unglaublich schönen Dschungels von Campeche. Für einen Rundgang sollten Sie zwei Stunden einplanen. Vor Ort findet sich ein Parkplatz, Toiletten und Verkaufsstände, die Publikationen und Reproduktionen rund um Hormiguero anbieten. Nicht weit von Hormiguero entfernt liegt die fantastische Maya-Stätte Balamku und das majestätische Calakmul, letzteres im Biosphärenreservat von Calakmul gelegen. Beide sind ein „must see“, wenn sie einen abenteuerlichen Geist besitzen.