Yucatan

Etzná

File 257Die Maya-Stätte Etzná liegt knapp 60 km südöstlich von Campeche. Wer sich also Labná, Kabah und Sayil angesehen hat und noch beabsichtigt nach Campeche zu fahren, der sollte diesen kurzen Abstecher nach Etzná unbedingt machen. Man fährt auf der Carretera 261 in Richtung Campeche bis etwa 43 km vor Campeche eine Abzweigung Richtung Süden nach Etzná weist.
Etzná zeichnet sich insbesondere durch seine Gebäude im Chenes-Stil aus, von denen das bedeutendste Bauwerk die fünfstufige Hauptpyramide darstellt. Verschiedene andere Gebäude lassen sich auch mit dem Puuc-Stil in Verbindung bringen, den man in der nicht weit entfernten Puuc-Gegend findet (Kabah, Sayil, Labná etc.). Weiterhin lassen sich Spuren des Petén-Stils und des Tardío-Stils nachweisen.
Die Hauptpyramide liegt, wie verschiedene weitere Gebäude und Gebäudereste auf einer etwa 100x150 Meter großen Grundfläche, die das ehemalige Zerimonialzentrum darstellte. Insgesamt erstreckte sich Etzná auf etwa 16 km², wobei man davon ausgeht, dass die Stätte bereits um 600 n. Chr. bewohnt war. Die frühest datierte Stele die man hier fand stammt aus dem Jahr 672, andere Gegenstände stammen sogar aus der Zeit vor Christi Geburt. Man schätzt, dass die Maya hier bis ins 15. Jht. hinein gelebt haben. Die meisten Gebäude hingegen stammen aus der Zeit zwischen 550 und 810 n. Chr.
Etzná war eine regionale Hauptstadt, die sich durch ihre weitläufigen Kanäle (bis zu sechs km Länge) auszeichnete, mit denen die Maya Wasser speicherten und transportierten. Die Öffnungszeiten sind unter der Woche von 8-17 Uhr. Sonn- und Feiertags ist der Eintritt frei.

Gran Acropolis
Die Große Akropolis bezeichnet einen großen quadratisch angelegten Platz. Er besteht aus sechs größeren monumentalen Gebäudekomplexen, im Einzelnen aus dem Casa de la Luna, Templo del Sureste, Temazcal, Templo del Noroeste, Patio Puuc und dem Edificio de los 5 Pisos. Die Pyramide, das Gebäude der fünf Stockwerke (Edificio de los Cinco Pisos) ist das auffälligste unter ihnen und wohl auch das bedeutendste in Etzná. Ihr Grundriss ist quadratisch, die Seitenlänge reicht dabei bis zu 60 Metern und sie wird durch eine Vielzahl an Bogengalerien geschmückt. Auf der obersten Plattform vollendet ein kleiner Tempel die Architektur dieser wunderschönen Pyramide. Oberhalb des breiten Treppenaufgangs indizieren Hieroglyphen das Jahr 652 n.Chr., welches wahrscheinlich das Baujahr der Pyramide ist.

Juego de Pelota
Der Ballspielplatz (Juego de Pelota) ist eines der immer wiederkehrenden Merkmale einer jeden Maya-Stätte, denn das Ballspiel spielte eine bedeutende Rolle in ihrer Kultur; nicht zuletzt war der Ausgang eines Spiels ausschlaggebend für die kommende Ernte und die Stimmung der Götter. Der Ballspielplatz wird durch zwei parallele Strukturen geformt, in deren oberen Hälfte kleine Räume zu sehen sind. In ihnen wurden wahrscheinlich Abbilder von Gottheiten aufgehängt, die mit dem Ausgang des Spiels und den Spielern assoziiert wurden.

La Nohochná
Dieses Gebäude, das auch La Casa Grande genannt wird, wurde wahrscheinlich ursprünglich zu administrativen Zwecken genutzt. Man vermutet, dass seine Treppen auch für Vorstellungen des Plaza Principal genutzt wurden. Das Gebäude weist im oberen Teil vier große Strukturen auf, zu denen man mittels Nischen Zutritt hatte, die wiederum durch dicke Wandpfeiler geformt werden.

Patio Puuc
Der Puuc-Platz wird durch eine Reihe von verschiedenen verzierten, quadratischen, rechteckigen, runden und zylindrischen Steinkonstruktionen begrenzt, die den Puuc-Stil (Puuc = Hügel) abbilden. Im Nordgebäude befinden sich Quadersteine mit großen Markierungen. Hier befinden sich ebenfalls Modellierungen des Regengottes Chaac sowie verschiedene Hieroglyphen mit Zeitangaben.

Pequeña Acrópolis
Die kleine Akropolis stellt eine kleinere quadratische Plattform dar, auf der vier Gebäude aus den Jahren um 200 n.Chr. gebaut sind. Hier fanden sich auch einige der ältesten Zeugnisse Etzná's: eine große Stuckmaske aus der Frühklassik, drei Stelen des Octavo Baktún (zwischen 41 und 435 n. Chr.) und sogar Keramikstücke aus den Jahren 400-250 v. Chr.

Plataforma de los Cuchillos
Die Messerplattform (Plataforma de los Cuchillos) bestand ursprünglich aus mehreren Gemächern mit gewölbten Dächern. Dabei war der Zentralbereich mit etwas bescheideneren Zimmern versehen, dessen Dächer aus schnell verderblichem Material (wahrscheinlich Holz) bestanden und von daher heute nicht mehr existieren. Der Botschafterplatz (Patio de los Embajadores) ist zum Westen hin durch zwei Gebäude abgegrenzt, jedes mit vier Säulen, die aus den Jahren zwischen 1.000 und 1.200 n. Chr. stammen.

Plaza Principal
Der Platz wird durch eine große quadratische Grundfläche geformt. An seiner Ostseite befinden sich die meisten monumentalen Gebäude von Etzná. An der Nord- und Südseite befinden sich je ein Scabé (Maya-Weg), die zum Platz hin bzw. wegführen.

Temazcal
Am Eingang der großen Akropolis befindet sich das Temazcal. Der Name leitet sich ab vom Náhuatl, dessen Maya-Übersetzung "chokó sintumbilhá" ist, was soviel bedeutet wie Dampfbad. Einlass wurde hier nur der obersten Schicht gewährt die sich insbesondere aus der Religiösität ableitete.

Templo del Sur
Der Südtempel (Templo del Sur) stammt aus den Jahren zwischen 600-900 n.Chr. Er enthält fünf Körper mit fliehendem Gesims und nachgeahmten Ecken die ineinander übergehen.

Templo de Mascarones
Der Maskentempel ist Teil der kleinen Akropolis und liegt südlich der großen Akropolis kurz vor dem Templo de Escalinata con Relieves. Hier lassen sich Modellierungen des Sonnengottes finden (eines des aufgehenden und eines des untergehenden Sonnengottes) sowie ein zentrales Motiv, ein Maya Mann mit dem Gesicht eines Jaguars.

Templo del Norte
Der Nordtempel bestand ursprünglich aus einem großen Fundament breiter Freitreppen, dessen Achse zu ein oder zwei breiteren Gängen führte, die früher verschlossen waren. Das Heiligtum, das den Nordtempel krönte, war im Laufe der Zeit mindestens viermal modifiziert worden. Gegenüber des Nordtempels befindet sich eine Plattform in Form eines "C", die mit der späteren Besetzung Etzná's korrespondiert: 1.200-1.400 n. Chr.