Yucatan

Dzibilchaltún

File 248In der Maya Sprache bedeutet Dzibilchaltún "Platz der steinigen Inschriften", was zurückgeht auf die zahlreichen Stelen (insbesondere Stele 19), die hier gefunden wurden. Dzibilchaltún ist eine der Maya-Stätte, die erst in den letzten Jahrzehnten stärker erforscht wurde und (noch) ein touristisch nicht so stark besuchter Ort. Das jedoch völlig zu unrecht, denn die Phänomene, die man hier Anfang der 90er Jahre fand, waren für die Maya von großer Bedeutung. Dzibilchaltún liegt etwa 15 km nördlich von Mérida, an dem Highway nach Progreso, bei km 52 von Xcambó, einst ein großer Salzhersteller. Experten zufolge war dieses Areal bereits um 500 v.Chr. von den Maya bevölkert.
Dzibilchaltún umfasste ursprünglich etwa 19 km² mit knapp 8.400 Gebäuden. Das Zentrum bestand aus einer großen Anzahl von Gebäuden, verteilt über 25 Hektar und man vermutet, dass zur Hochzeit hier etwa 40.000 Maya gelebt haben. Geht man näher auf die Geschichte und die Lebensweise der Maya ein, so stößt man auf Yucatán sehr bald auf die Bedeutung des Regengottes Chaac. Wegen des im Tiefland vorherrschenden unfruchtbaren Bodens und der großen Trockenheit kam ihm eine ganz besondere Bedeutung zu und Opferungen wurden meist zu seinen Ehren veranstaltet. Man sieht seine Maske nicht nur an den großen und kleinen Bauwerken und Tempeln, sondern es wurden auch Naturerscheinungen mit ihm verbunden.
So entdeckte Ende der 90er Jahre der mexikanische und inzwischen verstorbene Archäologe Victor Segovia ein Phänomen, das speziell diesem Regengott Chaac geweiht war. Er fand heraus, dass im Norden der Halbinsel Yucatán, ca. 15 km nördlich von Mérida entfernt, die Kulturstätte Dzibilchaltún ein genau berechnetes Zusammenspiel der Sonne mit dem sogenannten Tempel der Sieben Puppen oder auch Sonnentempel besaß, dessen Türen und Fenster die Maske des Chaac symbolisierten. Das geschieht jedoch nicht an jedem beliebigen Tag, sondern ausschließlich am Tag des Äquinoktiums (lat.:aequus, nox => Tag- und Nachtgleiche) ähnlich wie in Chichén-Itzá. So konnte kurz nach Sonnenaufgang ein Jahr fast auf die Sekunde genau bestimmt werden, denn der Sonnentempel wurde so genau konstruiert, dass die Sonnenstrahlen durch die Hauptöffnungen hindurch einen Punkt dahinter trafen, die dieses genaue Zeitmaß ermöglichten. Wer das Gebäude etwas genauer unter die Lupe nimmt, der wird feststellen, dass auch die Seiten recht interessante Lichtschatten werfen, deren genaue Bedeutung jedoch noch nicht vollends bestimmt werden konnte.
Auf der anderen Seite am Rande des Haupthofes auf der Ostseite, ist der Xlacah Cenote. Xlacah bedeutet "alte Leute" und er stellt für Yucatán einen der tiefsten und größten natürlichen Brunnen dar. Viele archäologisch bedeutende Stücke wurden aus dem Cenote geholt, die heute zumeist in den Museen von Mérida wiederzufinden sind.
Dzibilchaltún hat zudem einen angeschlossenen ökologischen Nationalpark, der die Verbindung der Maya mit der Natur in besonderer Weise zeigt.