Yucatan

Cobá

File 245Cobá ist recht gut von Playa Del Carmen bzw. Cancún aus zu erreichen und einen Tagesausflug verbunden mit Tulúm sollte jeder Urlauber unbedingt unternehmen, sofern man in einem Hotel an der Ostküste Yucatáns untergebracht ist.
Der ehemalige Stadtstaat Cobá liegt 47 km nordwestlich von Tulúm und ist entgegen vieler Empfehlungen durchaus gut an einem Tag von Playa Del Carmen und von Cancún aus zu erreichen. Wir empfehlen früh morgens aufzustehen und gegen sieben Uhr auf der Autobahn zu sein. So ist die Möglichkeit gegeben, Cobá und Tulúm an einem Tag ohne viel Stress zu sehen und es bleibt noch ausreichend Zeit, um den Abend auf der Rückfahrt in einem der kleineren Orte an der Riviera Maya zu verbringen.

Cobá liegt tief im Dschungel und ist von vielen Seen umgeben, fünf davon liegen im Südwesten der archäologischen Stätte (Laguna Cobá, Laguna Macanxoc, Laguna Xkanha, Laguna Zacalpuc und die Laguna Sina A Kal). Die Laguna Cobá liegt direkt am Eingang, wo sich auch der Parkplatz befindet.

Bislang ist Cobá wegen Geldmangel nur wenig erforscht worden; dennoch hat sich in den letzten Jahren viel getan, so dass zunehmend mehr der alten Gebäude freigelegt wurden und das Touristengeld zumindest teilweise auch für Restaurationen genutzt werden kann. Erstmals entdeckt wurde Cobá im Jahre 1891 von dem Österreicher T. Maier. Mit den ersten Ausgrabungen wurde jedoch erst im Jahre 1929 begonnen. Trotz systematischer Erforschung des gesamten Gebietes, liegen noch die meisten Gebäude verborgen und ein Archäologe erfüllte sich sicherlich einen Lebenstraum, wenn er hier mit genügend Geldmitteln die Geheimnisse freilegen könnte. 

File 347

Die Stadt wurde in der Mitte eines besonders großen Netzes von Wegen (Sacbé) gebaut, die hier zusammenliefen und verschiedene Maya-Siedlungen miteinander verbanden. Wesen der Sacbés war es, dass auf geebnetem Untergrund große Mengen an Kalkstein eingepresst wurden, wobei die Wege zwischen vier und fünf Metern breit waren, aber bis zu über 100 km Länge aufweisen konnten. Es waren Handelswege aber auch Wege, die zu Kriegsmärschen oder aber einfach nur zur Verbindung zwischen Zeremonialstätten genutzt wurden. Cobá ist eine der bedeutendsten Stätten, in der man diese Art von Sacbés sehr schön sehen kann.
Man vermutet, dass Cobá in seiner Blütezeit (ca. 300-1.000 n.Chr.) etwa an die 40.000 Einwohner aufwies. Bewohnt war Cobá hingegen bis in das 15. Jht. n. Chr. hinein, als eine der letzten Maya-Stätten. Der große Vorteil dieser Stätte liegt in der Zugänglichkeit zum Wasser, denn im Gegensatz zu den meisten anderen Maya-Stätten Yucatáns, die zumeist über Cenotes an Wasser gelangten, war das Wasser hier durch Seen frei zugänglich.
File 344Um Cobá zu entdecken benötigt man gutes Schuhwerk, denn die etwa 6.000 Bauten verteilen sich auf einer Fläche von fast 70 km². Die Ruinen sind vom Dschungel noch größtenteils verdeckt und man muss einige Wege zurücklegen, wenn man das Areal erkunden möchte. Die unzähligen Wege, zwei Pyramiden, verschiedene Bauten, der Cobá-Platz, Malereien, der Chumuc-Nul-Platz (Hauptbau ist eine Stuckpyramide) und der Mascanxoc-Platz (direkt an einem See gelegen) sie alle liegen im Urwald verborgen. Wer zu Fuß nicht fit ist, hat auch die Möglichkeit direkt hinter den Ballspielplatz am Haupteingang ein Fahrrad auszuleihen, um die Wege per Drahtesel abzufahren. Es ist gerade die Ursprünglichkeit und der Entdeckerinstinkt, der die Besichtigung dieser Stätte so interessant machen.


File 350Die Stele 20 befindet sich nur knapp 60 Meter entfernt vom Fuße der Nohoch-Mul Pyramide. Sie stellt eine Herrscherin dar, die zwei Untergebene oder Gefangene zu ihren Füßen hat. Am oberen Rand lassen sich einige Hieroglyphen ausmachen. Verschiedene Mutmaßungen von Archäologen gehen davon aus, dass Cobá nicht nur gute Handelsbeziehungen zu Tikal unterhielt, sondern auch familiäre Beziehungen führte, welche herrschenden Einfluss auf Cobá hatten.