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Calakmul, im Südosten
des Bundesstaates Campeche inmitten
des Urwalds gelegen, ist für die meisten
Besucher Yucatáns etwas schwer zu erreichen,
wel es bereits einen ganzen Tag benötigt,
um von z.B. Cancún
oder Mérida
aus hierher zu gelangen. Wer aber den Weg
nach Chetumal
nicht gescheut hat, vielleicht um Maya-Stätten
wie Rio Bec oder
Xpujil zu besuchen,
für den ist der Weg nach Calakmul ebenfalls
sehr lohnenswert.
In Calakmul befindet man sich bereits im sog.
Petén, also dem eigentlichen
Ursprungsland der Mayas. Über die Carretera
Federal 153, die von Chetumal
nach Francisco Escárcega
führt (vorsicht, hier kontrolliert die
Polizei gerne Temposünder), muß
man bei Xpujil südlich
abfahren und erreicht nach etwa 50 km die
Maya-Stätte Calakmul. Sie liegt inmitten
eines der beiden großen Naturreservate
Yucatans, dem Calakmul Biosphere Reserve
(das andere ist Sian
Kaan).
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Im Jahre 1931 durch den Amerikaner
Cyrus Lundell entdeckt, stellt
Calakmul auf über 100 km² fast 6.500
Strukturen, von denen man ausgeht, daß
sie über eine Periode von über 1.000
Jahren erbaut wurden. Die meisten der Gebäude
kann man der Früh- bzw. der Spätklassik
zuordnen, nur wenige von ihnen sind - auch
nur teilweise - restauriert worden. Solange
es noch gestattet ist die Pyramiden zu besteigen,
sollte man das tun um von hier aus den herrlichen
Rundblick über das mitten im Urwald gelegene
Areal zu genießen.
Quasi durchgängige historische Charakteristik
von Calakmul waren die stetigen Auseinandersetzungen
mit dem knapp 90km entfernten Tikal
(heutiges Guatemala). Führend in seiner
Rolle war Calakmul in den Jahren zwischen
250 und 690 n.Chr., bekannt als Königreich
des Schlangenkopfes. König Garra
de Jaguar verlor schließlich
nach langen auch inneren Zwiespalten den Krieg
gegen Tikal und der Abstieg
Calakmuls war beschlossen.
Zwei weitere Dinge zeichnen Calakmul ganz
besonders aus: zum einen die sieben in Stein
gemeißelten Häftlinge,
die sich in stolzer Haltung dem Besucher zeigen
und die schier einmalige Anzahl an Stelen,
die sich so in wohl keiner anderen Maya-Stätte
wiederfinden lassen, wie hier. Die Angaben
über die Anzahl der leider oft schon
stark erodierten Stelen schwanken zwischen
100 und 120.
Gebäude II: das
Gebäude II ist das zweitgrößte,
pyramidenförmige Gebäude von Calakmul.
Am Sockel mißt es etwa 140 x 140 Meter,
und mit seinen knapp 55 Metern höhe ist
die Besteigung sehr empfehlenswert, da man
einen fantastischen Rundblick genießt.
Die Pyramide wurde mehrfach überbaut,
und während die erste Bauzeit von der
späten Frühklassik zeugt, stammen
die letzten Baumaßnahmen aus der späten
klassischen Periode. Der kleine Palast auf
der Spitze der Pyramide wurd ewährend
der klassischen Periode erbaut. Es enthielt
neun Räume, ein Dampfbad, einen Altar
und Grabmäler. Die späten klassischen
Grabmäler wurden am Ende der klassischen
Periode geleert, als hier ein anderes Individuum
mit verschiedenen Gaben begraben wurde, die
man später hier auch fand.
Gebäude III: Dieses Gebäude
außerhalb des Zentralplatzes liegt südöstlich
von diesem. Es wurde erst in den späten
1980ern durch die Archäologen Armijo
Torres und Alvarez Aguilar ausgegraben. Dieser
Palast bot mit 12 Räumen Platz für
etwa 25 Menschen. Aufgrund einiger Funde geht
man heute davon aus, daß der Palast
dazu genutzt wurde um Essen vorzubereiten.
Die in Gebäude III gefundene Grabkammer
datiert man auf das 5. Jht. nach Christus.
Sie war durch einen kleinen Gang mit dem darüber
gelegenen Palast verbunden. Man fand in der
Grabkammmer eine etwa 30-jährigen Maya-Leichnam,
der auf einer geflechteten Matte mit fünf
keramischen Gefäßen lag. Er trug
eine Jademaske aus Mosaik auf seinem Gesicht,
eine heute weltbekannte Maske, die auf vielen
Ausstellungen gezeigt wird. Eine weitere Maske
wurde auf seiner Brust und seiner Hüfte
gefunden. Man fand ferner unter den Schmuckstücken
drei Ohrringe aus Jade, 32 Jadeperlen, 8.252
Muschenperlen, den Stachel eines Stachelrochens
und verschiedene keramische Stücke. Es
ist eine der bedeutendsten Funde in der Maya-Welt
gewesen.
Gebäude IV: Ebenso aus
der späten Präklassik stammend liegt
dieses Gebäude zur Westseite des Zentralplatzes.
Es wurde später zusammen mit Gebäude
VI erneuert, und formt nun das, was die Mayas
Gruppe E nennen. Wer auf der Treppe des Gebäude
IV in Richtung Osten steht, der wird zur Sommersonnenwende
(21. Juni) den Sonnenaufgang über Gebäude
IV-A sehen, zur Wintersonnenwende (21. Dez.)
hinter Gebäude IV-C und zu den Äquinoktiae
(21. März / 23. Sept.) hinter Gebäude
IV-B.
Immense Funde hat man in der
Nähe des Gebäudes Nr. 7 gemacht.
Hier wurden in einer Gruft mehrere Tausend
Schmuckstücke aus Jade und anderen Materialien
gefunden. Viele der Fundstücke befinden
sich heute im Archäologischen Museum
von Campeche.
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